Kategorie-Archiv: Kreative Fragen

Kryptomnesie – unbewusster Ideenklau

Kryptomnesie

Dieses kryptische Wort heißt einfach übersetzt nichts anderes als unbewusster Ideenklau.
Und wir Kreativen leben tagtäglich damit. Nicht nur, dass man unsere Ideen vermeintlich klaut, auch wir tun nichts anderes. Und zwar jeden verdammten Tag. In den allermeisten Fällen ist uns das nicht bewusst. Wir schwören sogar Stein und Bein, dass diese unsere Idee absolut originär ist und wir vorher nie davon gehört haben.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Zum Trost sei gesagt: So etwas wie originäre Ideen gibt es gar nicht. Damit meine ich, dass jeder absolut neuen Idee bereits viele Gedanken, Bilder, Bücher, Geschichten, Filme, Erfahrungen usw. Anderer vorausgegangen sind. Und das ist nicht nur in der kreativen Welt so, sondern auch in jeder anderen Branche. Es gab immer vor dem Durchbruch in der Gentechnik, der Architektur, der Biologie, der Medizin etc. diverse andere Geistesblitze, die dann wiederum zu diesem einen geführt hat, der alles andere in den Schatten stellt. Wir schöpfen also alle immer aus einem Fundus des bereits Dagewesenen und das Neue ist auch immer zu einem kleinen Teil das Alte. Kryptomnesie – unbewusster Ideenklau weiterlesen

C Ivan Dimov: Kinderkram

Kinderkram

Kinder sind kreativ. Alle. Weil sie kreativ denken. Das heißt, sie lassen sich nicht von Vorgegebenem beschränken. Und das bedeutet nun mal Kreativität. Seinen Geist Wege beschreiten zu lassen, die nicht gekennzeichnet und nicht schon von Vorgängern platt getrampelt wurden. Sich durch das Dickicht schlagen, inklusive der Gefahr, am Ende in eine Sackgasse geraten zu sein.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Es ist allerdings ein Trugschluss, dass alle Kinder mit der gleichen Leichtigkeit kreativ sind. Es gibt solche, die sich am liebsten zu etwas anregen lassen und sich auch da am sichersten fühlen, wo sie das tun, was man ihnen sagt. Die auf das gucken, was die anderen so machen und es nachmachen. Das ist ok. Ich bin kein Psychologe, aber ich glaube, das hat auch etwas mit Selbstbewusstsein und Dominanz zu tun. Aber das heißt nicht, dass diese Kinder weniger kreativ sind als die anderen, denen es zuzufliegen scheint. Das heißt nur, dass man diese Kinder stärker ermutigen muss, auch ihren eigenen wilden Gedanken und Ideen zu vertrauen – oder manchmal auch, sie überhaupt erst mal wahrzunehmen.

C Ivan Dimov: Kinderkram weiterlesen

Ivan Dimov: Irrungen und Wirrungen

Irrungen und Wirrungen

 

Es gibt ja so Tage, an denen man eigentlich Zeit hat, aber es will einem nichts so richtig gelingen. Man könnte seiner kreativen Arbeit nachgehen, oder endlich Dinge in der Wohnung erledigen, die man schon ewig vor sich herschiebt, oder Rechnungen überweisen, die bereits nahe am Mahnungstermin oder darüber sind, oder endlich mal wieder alles Mögliche ausmisten, was sich in den letzten Monaten bzw. Jahren angesammelt hat und nur noch zum Wegschmeißen taugt.

Ivan Dimov: Irrungen und Wirrungen weiterlesen

Ivan Dimov: Sicher ist sicher

Save!!!!

Ich habe ein mal ein Freund von mir gefragt von wegen Sicherheit im Internet. Er sagte mir, dass wenn ich so viel wie er über Internet wüßte, würde ich es nie benutzen…

Die Schüler an der Kölner Malschule sind im Alter von 3 bis 90. Abgesehen von dem Interesse an der Malerei und dem Zeichnen gibt es bei einigen von ihnen noch zwei weitere Gemeinsamkeiten: Die Ablehnung der sozialen Netzwerke und der sorglose Umgang mit dem Internet.

Also zum Ersten: Ständig präsent zu sein, sagen wir bei Facebook, bringt nicht besonders viel. Andererseits – die Netzkultur ganz abzulehnen, könnte dazu führen, dass spannende gesellschaftliche Phänomenen an einem vorbei wandern.

Zur zweiten Gemeinsamkeit, dem anderen Extrem, nämlich ständig online zu sein, und zwar ohne Schutz, finde ich extrem gefährlich. Es ist so, als ob man seinen neuen Porsche stehen lässt, mit dem Schlüssel im Schloss und geöffneten Türen.  Das Auto abzuschließen würde nicht viel kosten, oder? Ivan Dimov: Sicher ist sicher weiterlesen

Ivan Dimov: Wartet nicht!

Wartet nicht!

Das Leben ist kurz. Das wissen wir alle. Und je älter wir werden desto kürzer. Auch das ist kein Geheimnis. Aber wir kleben mehr am Leben je älter wir sind. Und mit älter meine ich – echt alt.

Ich las letztens einen klugen Satz von meinem Lieblingskolumnisten Martenstein, der sehr richtig bemerkte, dass sich 90jährige im Gegensatz zu 20jährigen nie umbringen, es sei denn sie sind todkrank und leiden sehr stark.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Als 20jähriger scheint man also nicht so sehr am Leben zu hängen wir als 80jähriger. Das ist doch irgendwie seltsam und müsste doch, rein von der Logik her, andersherum sein. Im Zweifel haben wir mit 80 doch Einiges erlebt, hoffentlich viel Erfüllendes, bestimmt auch viel Schmerzliches – aber in jedem Fall viel.

Da sollte es doch leichter fallen, abzutreten als mit 20, da alles noch vor einem liegt und man, zumindest glaubt, man müsse nur die Hand danach ausstrecken und wenn nicht heute, dann passiert es eben morgen oder nächste Woche, nächstes Jahr, in fünf Jahren…. So what!

Ivan Dimov: Wartet nicht! weiterlesen

Ivan Dimov: Monika Grzymala

kreative fragen…

Monika Grzymala – RAUMZEICHNUNG etc.

Zeichnung ist von der Hand geführtes Denken, sagt die 1970 im polnischen Zabrze geborene  Monika Grzymala.

Auf Papier fängt bei ihr alles an.  Für ihre Gebilde benutzt die Künstlerin Klebeband. Mehrere Kilometer davon. Sie studierte bei Bogomir Ecker an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Heute lebt sie in Berlin und stellt auf der ganzen Welt aus. Ihre großen Installationen, die sie Raumzeichnungennennt,  haben mich umgehauen.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Ich habe irgendwo gelesen,  dass Monika Grzymala ihre Arbeiten mit Fotos, Daten, Texten genau und übersichtlich dokumentiert.

Sicherlich muss das sein, angesichts des ephemeren Charakters ihrer großen Raum- und Bodenzeichnungen, ihrer ständigen Bewegung bei und in der Arbeit, die immer an anderen Orten stattfindet.

Ivan Dimov: Monika Grzymala weiterlesen

Ivan DImov: Die Relationen sind relativ

kreative fragen…

Die Relationen sind relativ

Wir nehmen die Welt immer in Relation zu uns selbst wahr. Wenn sich etwas an uns verändert, dann denken wir nicht, dass es an uns liegt, sondern glauben, dass sich etwas an unserer Umgebung geändert hat.

Ein Beispiel: Wenn wir per Computersimulation (und dergleichen ist heutzutage möglich) einen Avatar von uns sehen, der größere Hände hat als wir und dann einen Gegenstand in die Hand nehmen, dann glauben wir, der Gegenstand sei kleiner geworden und nicht, dass unsere Hände einfach größer sind als vorher. Das ist extrem egozentrisch, aber so funktionieren wir nun mal.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Zunächst einmal ist das ja gar nicht verkehrt. Da wir über uns selbst nun mal die meisten Informationen besitzen, ist es durchaus sinnvoll auch von uns selbst auszugehen.

Wenn wir zum Beispiel sehr zierlich und recht kraftlos sind, dann erscheint uns ein steiler Berg steiler als er in Wirklichkeit ist.

(Ähnlich ist das, wenn wir uns niedergeschlagen fühlen.)

Unsere absolut subjektive Wahrnehmung schützt uns davor, uns zu übernehmen. Und das ist gut. Ivan DImov: Die Relationen sind relativ weiterlesen

Ivan Dimov: Curiosity kills the cat but not the artist

kreative fragen…

Curiosity kills the cat but not the artist

Sei nicht so neugierig! – ist ein Satz, den ich in meiner Kindheit oft zu hören bekam. Ich hoffe, dass das den heutigen Kindern nicht mehr so geht, denn wie man jüngst herausgefunden hat, ist Neugier zusammen mit der Gewissenhaftigkeit einer Person ebenso wichtig für das erfolgreiche Gelingen einer Karriere oder eines Lebensweges wie die Intelligenz.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Zurück zu den Kindern – jeder, der welche hat, kennt die endlose Fragerei, wenn sie einmal auf etwas gestoßen sind, das sie nicht loslässt.

Warum ist das so? Wie funktioniert das? Was bedeutet das? Wieso ist das nicht so? Usw.

Ganz oft freut einen diese Fragerei, besonders dann, wenn man zu dem Thema auch etwas zu sagen hat, manchmal nervt es, Ivan Dimov: Curiosity kills the cat but not the artist weiterlesen

Ivan Dimov: H.A. Uldalen

kreative fragen…

TRAUMHAFTE SCHÖNHEITEN AUS DEM NORDEN

Seit ich das erste Bild von dem 1986 in Norwegen geborenen Künstlers, Henrik Aarrestad Uldalen, gesehen habe, bin ich zum seinem begeisterten Fan geworden. Es besteht kein Zweifel, dass H. A. Uldalen die Darstellung menschlicher Körper perfekt beherrscht, aber er scheint auf der Suche nach dem verborgenen Wesen zu sein.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Seine außergewöhnliche Figurative Malerei, die aus Traumsequenzen entstanden zu sein scheint, hat eine hypnotische Wirkung auf den Betrachter.

Die Bilder geben nichts preis, sie werfen Fragen auf. Man sollte sich unbedingt die Werke dieses jungen Künstlers anschauen und ihn im Auge behalten. Ivan Dimov: H.A. Uldalen weiterlesen

Ivan Dimov: Statistisch gesehen – glücklich

kreative fragen…

Statistisch gesehen – glücklich

Leute, jetzt ist es amtlich: Kunstschaffende Menschen sind glücklicher. Und zwar bedeutend glücklicher als andere Berufstätige.
Natürlich gilt, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Es gibt auch glückliche Ärzte, Ingenieure, Handwerker, Bauleiter, Anwälte (ja, selbst die :-)). Aber wir reden ja hier von der Masse. Die Universität Zürich konnte nicht verstehen, warum die Anzahl der Studenten künstlerischer Studiengänge die tatsächlichen Arbeitsplätze um das Dreifache überstiegen. Zumal man bedenken muss, dass ein künstlerisch Tätiger in den allermeisten Fällen ökonomisch betrachtet, ich will es mal wissenschaftlich ausdrücken, die „Arschkarte“ gezogen hat.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Und doch!
Also hat sich die Züricher Uni da mal schlau gemacht. Und siehe da – die Zufriedenheit von Künstlern bezogen auf ihre beruflichen Tätigkeiten war viel höher als die in anderen Berufsgruppen.

Wichtig anzumerken ist hierbei, dass für einen Künstler das übliche ökonomische Modell nicht gilt, das da lautet, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen. (Nun, das wundert mich so gar nicht.) Geld interessiert uns Künstler (leider) nicht. Man hat zudem festgestellt, dass das Wohlbefinden steigt, je länger sie sich ihrer Kunst widmen. Ivan Dimov: Statistisch gesehen – glücklich weiterlesen