Ivan Dimov & Sarah Esser: Was geschah mit „DÜRER“?

Albrecht Dürer, Selbstbildnis im Pelzrock, 1500
Albrecht Dürer, Selbstbildnis im Pelzrock, 1500

Was geschah mit „DÜRER“?

Viele meiner Freunde an der Malschule stellen mir in letzter Zeit immer wieder die gleiche Frage: Was ist aus dem Filmprojekt „Dürer“ geworden? Na ja, es geht weiter. Die Kurzfassung sieht so aus: Eine Produktionsfirma hatte die Story optioniert. Dann ist die Option wieder an uns zurückgefallen und jetzt suchen wir die nächste Filmproduktion, die sich des Stoffes annehmen könnte. Ich weiß, ich habe euch schon lange versprochen, euch die Story über Albrecht Dürer zu erzählen. Heute will ich dieses Versprechen einlösen:

Vor etwa fünf Jahren haben meine Frau, Sarah Esser, und ich eine Idee für einen Kinofilm entwickelt, die auf einer ungewöhnlichen Interpretation des faktischen Materials über das Leben Albrecht Dürers beruht. Ich muss vorausschicken, dass Albrecht Dürer schon seit meiner Kindheit in Bulgarien zu meinen absoluten Idolen gehörte. Als Schüler am Kunstgymnasium habe ich seine grafischen Werke kopiert, als Student an der Kunstakademie setzte ich mich mit seiner Malerei auseinander und als ich nach Deutschland kam, zog ich für zwei Jahre in Dürers Heimatstadt Nürnberg. Schon damals, Ende der Neunziger, begann ich von einer filmischen Umsetzung von Dürers Leben zu träumen und konnte auch meine Frau für dieses Thema begeistern. Während unserer Recherche haben wir erstaunt festgestellt, dass das Leben Dürers filmisch ein völlig unberührtes Stück Land war. Es gibt nur zwei Filme über Dürer. Der eine stammt aus dem Jahre 1928 und ist von Hans Kyser (der Schauspieler Max Grünberg spielt Albrecht Dürer). Fünfzig Jahre später, 1978, entstand ein DEFA-Film über Dürers Zeitgenossen Jerg Ratgeb (Albrecht Dürer wurde von Martin Trettau dargestellt). Das war’s auch schon. Und das wollten wir ändern. Aber wie soll man das unglaubliche Leben eines Genies der Renaissance in einen Film quetschen und ihm gleichzeitig gerecht werden?

Uns, als Autoren, haben besonders Dürers Aufenthalte in Venedig gereizt. Und zwar nicht nur wegen der pittoresken Kulisse, es gibt einige Geheimnisse, die sich um diese Aufenthalte ranken. Einige mutmaßen, dass Dürer die Nase von seiner Heimatstadt voll hatte, in der ihm einfach noch nicht genug Respekt gezollt wurde, hin und wieder wurde er gar als Schmarotzer bezeichnet. Die andere Vermutung lautet, Dürer habe ein Verhältnis mit einer anderen Frau gehabt, die um einiges faszinierender war als dessen Gattin Agnes.
Wir spürten, dass Dürer nicht der Typ Mensch war, der seine Heimatstadt wegen Kritik und Spott verlassen hätte – das wäre gar zu kleinkariert gewesen. Also gingen wir der zweiten (spannenderen) Vermutung nach. Es musste einen emotionaleren Hintergrund gegeben haben. Bei der Suche nach den Personen, die Dürer in Venedig festgehalten haben könnten, stießen wir auf einer Frau Namens CATERINA CORNARO.  Caterina war eine sehr faszinierende Persönlichkeit. Dem faktischen Material nach, kannten sich die beiden ziemlich gut und was besonders interessant ist, es scheint als ob wichtige Ereignisse im Leben Caterinas in Verbindung zu relevanten Veränderungen in den Werken Dürers stehen. Kurz gesagt – genug Holz, um den Startschuss für die Filmgeschichte zu geben.

Jetzt möchte ich euch unsere Geschichte zeigen und bin gespannt, was ihr dazu meint. Der Text ist natürlich in einer branchentypischer Form – Treatment – geschrieben, was bedeutet, dass man sich etwas hineinlesen muss.

Ach ja, ich werde das Projekt im Übrigen häppchenweise servieren, damit ihr nicht zu viel auf einmal lesen müsst. 

Viel Spaß! Ich bin dankbar für jede Kritik.
Bis bald in der Malschule — Ivan

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