Ivan Dimov: Statistisch gesehen – glücklich

kreative fragen…

Statistisch gesehen – glücklich

Leute, jetzt ist es amtlich: Kunstschaffende Menschen sind glücklicher. Und zwar bedeutend glücklicher als andere Berufstätige.
Natürlich gilt, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Es gibt auch glückliche Ärzte, Ingenieure, Handwerker, Bauleiter, Anwälte (ja, selbst die :-)). Aber wir reden ja hier von der Masse. Die Universität Zürich konnte nicht verstehen, warum die Anzahl der Studenten künstlerischer Studiengänge die tatsächlichen Arbeitsplätze um das Dreifache überstiegen. Zumal man bedenken muss, dass ein künstlerisch Tätiger in den allermeisten Fällen ökonomisch betrachtet, ich will es mal wissenschaftlich ausdrücken, die „Arschkarte“ gezogen hat.

Ivan Dimov
Ivan Dimov

Und doch!
Also hat sich die Züricher Uni da mal schlau gemacht. Und siehe da – die Zufriedenheit von Künstlern bezogen auf ihre beruflichen Tätigkeiten war viel höher als die in anderen Berufsgruppen.

Wichtig anzumerken ist hierbei, dass für einen Künstler das übliche ökonomische Modell nicht gilt, das da lautet, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen. (Nun, das wundert mich so gar nicht.) Geld interessiert uns Künstler (leider) nicht. Man hat zudem festgestellt, dass das Wohlbefinden steigt, je länger sie sich ihrer Kunst widmen.
Das hat viel damit zu tun, dass der Künstler an sich, den Nutzen seines Berufs in der Tätigkeit selbst sieht. Und nicht in der Folge daraus (dem Verdienst). Das ist genau so, als habe man sein Hobby zum Beruf gemacht. Dafür will man ja auch kein Geld, man macht es, um Freude zu haben. Künstler empfinden ihren Beruf als äußerst abwechslungsreich, als sehr lehrreich und sind naturgemäß sehr viel häufiger selbständig als andere Berufsgruppen. Das heißt, sie sind autonom in dem, was sie tun und wann sie es tun.
Das alles ist nicht weiter erstaunlich, wie ich finde. Und es ist nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe, aber ich wollte euch den wissenschaftlichen Beweis dessen nicht vorenthalten. 🙂
Wo wir gerade dabei sind. Die Wissenschaft hat auch herausgefunden, dass wir kreativen Tätigkeiten am besten dann nachgehen, wenn wir eigentlich zu müde dazu sind. Wenn ihr also zu den Menschen gehört, die ihr Leistungstief eher am Morgen haben und erst so gegen Abend richtig in die Gänge kommen, dann solltet ihr eure kreative Arbeit genau in jene Morgenstunden legen, in denen ihr noch nicht so richtig wach seid.

Wenn ihr keine Nachteule, sondern eher eine Lerche seid, dann müsst ihr abends arbeiten. Wenn wir nämlich eigentlich ein Leistungshoch haben, dann hilft uns die Konzentration dabei, bei der Sache zu bleiben. Wir können also analytische Aufgaben sehr gut lösen. Wenn wir allerdings kreativ sein möchten, ist es ja geradezu wünschenswert und sinnvoll, dass unsere Gedanken abschweifen und in unserem Geist mäandern. Denn dann kommen uns die „unmöglichsten“ Ideen. Und genau die interessieren uns ja.

Was lernen wir also daraus: Arbeitet kreativ, wenn ihr müde seid! Und seid kreativ, um glücklich zu sein. Und für alle die, die sich auch fürs Geldverdienen interessieren, sei gesagt, dass es durchaus auch glücklich macht, wenn man seiner kreativen Ader nach dem eigentlich Beruf freien Lauf lässt. Denn, ganz ehrlich, so ein bisschen Geld auf dem Konto macht zumindest nicht unglücklich.

Bis bald — Ivan

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