Sehen lernen und einfache Gegenstände zeichnen

Sehen lernen und einfache Gegenstände zeichnen

„Und ich sah, dass es gut war“

In der Malschule gibt es einen großen Fundus an Gegenständen, die man zeichnen kann. Wenn man sich mit den ersten Zeichenübungen vertraut gemacht hat, kann man beginnen, mithilfe der Gegenstände direkt vom Objekt abzumalen. Dazu ist es wichtig, sich mit dem Objekt genau auseinanderzusetzen.

Ich glaube, ich habe mir eine Kaffeemühle genommen und begann wie ein kleines Kind zu malen. Einen kleinen Kasten, auf dem einen größeren, eine kleine Kugel, auf dieser einen langen waagerechten Zylinder und an dessen Ende wieder eine Kugel. Ich achtete darauf, dass die Linien des Würfels parallel verliefen und die Kreise rund.

Es passiert schließlich oft genug, dass man etwas zeichnet und später sieht es irgendwie schief aus. Wenn man die Grundformen des Objektes allerdings beherrscht, kann kaum noch etwas schiefgehen.

Erst dann verfeinerte ich die Konturen und schattierte an einigen Stellen.

Es war ein neues Erlebnis, weil ich zeitlebens überwiegend Menschen gezeichnet hatte und meine gegenständlichen Zeichnungen dementsprechend eingeschränkt, bzw. einseitig ausgeprägt waren.

 

Als ich an dem Abend wieder zu Hause war, sah ich plötzlich alles wie in kleinere Formen aufgeteilt. Ich stellte mir vor, wie ich meinen Schrank, meinen Notenständer oder meine Teekanne zeichnen würde.

Da ahnte ich noch nicht, dass dieses „zeichnerische Sehen“ sich noch weiter ausdehnen und später sogar dominieren würde. Aber ich war mir sicher, dass es ein gutes Zeichen war.

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