Songül Karaca

S O N G Ü L ..  K A R A C A

Angefangen hat mein Leben im Jahr 1985 in Ankara, Hauptstadt der Türkei, wo ich bis zum Ende der Grundschule gelebt habe. 1996 musste ich meine Heimat verlassen und wanderte gemeinsam mit meiner Familie nach Deutschland aus. Deutschland war ein sehr fremdes Land für uns, wir kannten es nur von Reisenden oder Verwandten. Jedoch wussten wir, dass die Schokolade die aus Deutschland kam anders schmeckte als in der Türkei, dieses Genusserlebnis konnten wir bezüglich von Reisegeschenken erleben. Als damals elfjähriges Mädchen wurde ich mit vielen ungewohnten und fremden Ereignissen konfrontiert. Ich musste erfahren, dass sowohl die Sprache und auch die Kultur in Deutschland eine komplett andere war.

 

Songül Karaca
Songül Karaca

Die ersten Jahre in Deutschland habe ich nur mit dem Erlernen der Sprache verbracht. Anschließend konnte ich nach einem erfolgreich abgeschlossenen Vorbereitungskurs an einer Realschule aufgenommen werden. In der Schule bemerkten vor allem meine Lehrer, mein Talent für die Kunst. Sie bestanden darauf, dass ich einem künstlerischen Beruf nachgehe und versuchten mich hinsichtlich diese zu fördern. 2003 erwarb ich anschließend erfolgreich meinen Realschulabschluss.

 

 

Ein Gespräch mit einer Berufsberaterin beim BIZ führte mich zum Wirtschaftsgymnasium, weil ich auf die Frage von der Beraterin „was interessiert Sie?“ mit „sowas wie Werbung oder Kurzfilme“ beantwortet hatte… Was Werbung mit Wirtschaft zu tun hat, hatte ich nicht unbedingt so gut verstanden, ich kann mich aber erinnern wie die Beraterin aus meiner Antwort diesen Satz leitete; Werbung-Werbekauffrau-Kauffrau also Wirtschaftsschule…

 

2006 habe ich mein Abitur auf demWirtschaftsgymnasium absolviert. Danach stellte ich mir die Frage: Was wollte ich denn studieren??? Kommunikationsdesign?, Pädagogik?, Architektur?, Kulturwissenschaft?, Betriebswissenschaft?, Medienwissenschaft?, also hatte ich mich für alle diese Studiengänge beworben, außer Kommunikationsdesign bekam ich auch von allen eine Zulassung und entschloss mich BWL zu studieren. Warum? Weil ich alle gleich interessant fand und mit BWL ein breiteres Feld an Arbeitsmöglichkeiten finden könnte.

Wendepunkt meines Lebens; ich war mit der Wahl meines Studiengangs unglücklich. Aus diesem Grund habe ich mich beschlossen für ein Jahr als Au-Pair nach England zu fahren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer den großen Willen im Theater zu spielen, jedoch konnte ich es aus zeitlichen Gründen nicht nachgehen.

 

 

In England wurde mir klar, dass ich meinen Willen nicht weiterhin zurückstecken konnte und so begann ich erstmals Kunst- und Theaterkurse zu besuchen. Ich erlangte dort die Möglichkeit an zwei Stücken mitzuspielen und in zwei weiteren Theaterstücken durfte ich die Regieassistenz übernehmen.

 

In Deutschland wieder angekommen gründete ich meine eigene Theatergruppe und inszenierte zwei Theaterstücke aus Gedichten, machte das Kunststudiumprogramm bei der Kölner Malschule und fing anschließend an in den Kindermalkursen bei der Kölner Malschule zu arbeiten, spielte in den Theaterprojekten vom Arkadas Theater/Bühne der Kulturen und bekam eine Rolle in einer Werbung. Durch all die gewonnen Erfahrungen schaffte ich auch erfolgreich die Aufnahmeprüfung bei einer Schauspielschule in Köln.

 

Es war ein sehr langer und schwieriger Weg bis ich mein Traum verwirklichen konnte. Aber nichts war umsonst.

 

Jetzt bin ich glücklich. Doch einem Menschen muss ich dabei vom tiefsten Herzen danken, der mich immer in meinem Weg unterstützt und ermutigt hat.

Es ist Dieter Schlautmann. Für viele ist er nur ein Dozent, für mich ist er einer meiner Helden…

 

Danke Dieter, danke Kölner Malschule

 

 

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