ABENTEUER – ANATOMIE

ABENTEUER – ANATOMIE

Bild 1&2 Anatomie

Grischa Skrylev_ Anatomische Studien
Grischa Skrylev_ Anatomische Studien

Ich habe schon immer davon geträumt, Portraits zu zeichnen. Inzwischen habe ich bereits das Grundprogramm Zeichnen an der Kölner Malschule absolviert und wage es, in ein Gebiet vorzudringen, das große Herausforderungen in sich birgt – die Anatomie.

Je mehr ich über das Zeichnen erfuhr und meine Arbeiten an Qualität zunahmen um so mehr  stiegen auch die Erwartungen an meine Portraits.

Grischa Skrylev_ Anatomische Studien
Grischa Skrylev_ Anatomische Studien

Es ist völlig utopisch, zu denken,  dass man eine gelungene menschliche Abbildung zeichnen kann, ohne Kenntnisse in Anatomie zu haben. Anfangs wurde ich von meinen Dozenten intensiv mit dem Schädelbau bekannt gemacht. Anschließend sollte ich auf einem Schädel ein Portrait konstruieren, um mir das Zusammenspiel zwischen Knochen und Muskeln und Gesicht noch genauer vorstellen zu können. Ich fand es faszinierend, so zu arbeiten.

Es ist erstaunlich, zu erkennen, wie viele Muskeln ein menschliches Gesicht bevölkern. All diese Muskeln sind der Grund dafür, dass sich unsere Emotionen so klar in unserem Gesicht widerspiegeln (Pokerfaces ausgenommen).

Bild 3 Ausdruck

Die Kenntnis über den Knochenbau und die Anzahl der Gesichtsmuskeln reicht nicht aus, für eine gelungene Portraitdarstellung. Die nächste große Herausforderung, die bewältigt werden sollte, ist das Zusammenspiel der Muskeln.

Kurz gesagt: Ich wagte es, mich mit Gesichtsausdrücken auseinanderzusetzen.

Grischa Skrylev_ Ausdruck
Grischa Skrylev_ Ausdruck

Natürlich darf man bei all dem Geknuddel aus Muskeln nicht vergessen, an die Gesichtsproportionen zu denken. Inzwischen nutze ich jede Gelegenheit, um ein paar schnell gekritzelte Skizzen von Gesichtsausdrücken anzufertigen.

Kann ich nur empfehlen. Natürlich freue mich, wenn die Ergebnisse gut sind, aber ich bin nicht niedergeschlagen, wenn manche Skizzen danebengehen. Wichtig ist, dass man immer weiter zeichnet.

Bild 4 Emotion 1

Grischa Skrylev_ Emotion
Grischa Skrylev_ Emotion

Ich wünsche mir so sehr eines Tages imstande zu sein, die Emotionen, die ich in manchen Gesichtern lese, darzustellen.

Auf jeden Fall habe ich festgestellt, dass es ungemein viel hilft, wenn man, bevor es mit dem Portrait losgeht, so viele Skizzen wie möglich von dem Model anfertigt – so quasi zum Kennlernen.

Bild 5 Emotion 2

 

Grischa Skrylev_ Emotion
Grischa Skrylev_ Emotion

Bei diesem Bild habe ich das erste Mal mit einem Kohlestift bestimmte Stellen verstärkt und ich finde, es kann sich sehen lassen.

Das Einzige, das ich übertrieben habe, ist das Schattieren.

Es hätte einfach gereicht, nur an bestimmten Stellen mit diesem Stift zu arbeiten und nicht überall, sonst verliert dieser seine kräftige Wirkung.

Bild 6 Acryl VS Öl

 

Grischa Skrylev_Mädchen
Grischa Skrylev_Mädchen

Dieses Mädchen habe ich zweimal gemalt.

Zuerst Vorzeichnungen mit  Bleistift.

Danach mit viel Wasser und Acryl vorzeichnen und zum Schluss Ölfarben.

Das Bild gefällt mir gut.

Klar, es ist auch noch ausbaufähig, aber  auf dem Weg zu meiner Agenda finde ich, es ist eine gelungene Zwischenstation.

Bild 7 Augenübungen

Nachdem ich mich mit dem Knochenbau und der Muskulatur  vertraut gemacht hatte, stellten meine Dozenten und ich fest, dass es an der Zeit ist, mich auf die Details zu konzentrieren.

Grischa Skrylev_Augen
Grischa Skrylev_Augen

Spätestens bei der letzten Übung habe ich eindeutig gespürt, dass es mir an Kenntnissen von Details mangelt und auf Dauer wird das  eine Bremse für mich sein.

Augen haben mich schon immer fasziniert. Vielleicht habe ich deswegen früher meine Bilder immer mit den Augen angefangen und dann verzweifelt versucht, das Gesicht um die Augen herum zu zeichnen. 😉

Diese Detail-Übungen sind mir nicht leicht gefallen. Ich habe viele Vorlagen bekommen, doch ich hatte enorme Probleme, die Augen lebensecht darzustellen.

Bild 8 Nasen

Grischa Skrylev_ Nasen
Grischa Skrylev_ Nasen

Ich fand die Auseinandersetzung mit den Augen extrem schwer. Augen glaubwürdig zu zeichnen ist ein wirklich hartes Stück Arbeit.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass es zwei sind und die beiden sich synchron verhalten. Also muss man ständig auf irgendwelche Symmetrien achten.

Die Nase dagegen ist eine richtig entspannte und lockere Angelegenheit.

Aber auch hierbei gibt es Tücken – die Nasenflügel  z.B.  Doch im Großen und Ganzen ist die Nase gut in den Griff zu bekommen, wenn man sich an einem Dreieck orientiert.

Bild 9 Ohren

Grischa Skrylev_Ohren
Grischa Skrylev_Ohren

Ich mag das Zeichnen von Ohren sehr.

Sie erinnern mich an sehr schön geschwungene Muscheln.

Ich mag auch die feinen Schatten, die auf die Tatsache zurückzuführen sind, dass das Ohr aus Knorpel besteht und nicht aus Knochen.

Bild 10 Selbstbildnis Ohr

Grischa Skrylev_Ohr
Grischa Skrylev_Ohr

Ich wollte die ganze Übungen nochmal zu Hause üben. Dafür setzte ich mich vor den Spiegel und zeichnete mich selbst bzw. mein Ohr und erst als ich zeichnete, begriff ich das Zusammenspiel von Schatten und Licht.

Denn in diesem Augenblick siehst du das ganz gut und darüber hinaus lernst du etwas Neues über dich.

So lange habe ich nämlich noch nie meine Ohren betrachtet  (unbedingt sich selbst mal zeichnen-  so kommt ihr dem Portrait ungemein näher).

Bild 11 Selbstbildnis Gesicht

Grischa Skrylev_Gesicht
Grischa Skrylev_Gesicht

Auch dies ist vor dem Spiegel entstanden. Es zeigt vielleicht nicht überall mich, aber ich persönlich sehe mich in diesem Bild. Denn so habe ich mich in diesem Augenblick gesehen und dann eben auch so dargestellt.

Ich meine, wenn ich eine Kopie wollte, hätte ich ein Foto gemacht, aber so ist das doch etwas Eigenes, das nicht kopierbar ist und das ist gut so.

Ich glaube, man kann viel lernen, wenn man seinen eigenen Körper betrachtet und zeichnet. Viel mehr als anhand von Fotos. Unbedingt  mal ausprobieren! Es ist doch egal, was die anderen sagen, das was ihr wiedergebt, sind eure Emotionen.

Also keine Angst! Probiert es aus und ihr werdet staunen. Das garantiere ich euch!

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