Daumenskizzen

GRISCHA SKRYLEV

 

Bild 1 Daumenskizze 1

Grischa Skrylev, Daumenskizze
Grischa Skrylev, Daumenskizze

Bei diesen Übungen geht es nicht darum, dass man seinen Daumen skizzieren soll, sondern dass die Skizzen sich auf ein recht kleines Format beschränken sollten.

Bei diesem Beispiel habe ich einfach aus drei Daumenskizzen eine gemacht. Da ich sehr gern mit Kugelschreiber arbeite, hatte ich keine Probleme im Umgang mit Finelinern.

Ich kann jedem nur ans Herz legen, eine Weile damit zu arbeiten. Kuli und Fineliner sind sehr dankbare Arbeitsmittel, da man mit ihnen eine konstant feine Linie erzeugen kann.

Man kann viel detailreicher arbeiten – was ich eigentlich sehr gern tue.

Bild 2 Daumenskizze 2

Grischa Skrylev, Daumenskizzen
Grischa Skrylev, Daumenskizzen

Das hier ist also die „klassische“ Daumenskizze. Ich für meinen Teil finde, dass Daumenskizzen eine extrem Zeichner-freundliche Technik ist:

Man kann schnell arbeiten, wegen des kleinen Formats ist man ruckzuck am Ziel, und wenn die Skizze misslungen ist, was leider Gottes bei uns Anfängern oft der Fall ist, kann man direkt mit der nächsten anfangen.

Manchmal wirken die Fehler, wegen des kleinen Formats, nicht mal besonders dramatisch.

Also keine Angst! Einfach ausprobieren!!!

 

Bild 3 „Antike Welt“

Grischa Skrylev, Antike Welt
Grischa Skrylev, Antike Welt

Ich habe eine Reihe von Skizzen mit Edding gemacht. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Linie ist ziemlich dick und unglaublich intensiv.

Die größte Herausforderung hier ist es, sich zurückzuhalten und genau zu überlegen, welche Kontraste dargestellt werden sollen.

Wenn man sich verzettelt, wird das Bild schnell mit Schwarz zugekleistert.

 

Bild 4 Schwan

Grischa Skrylev, ein Schwanenkopf
Grischa Skrylev, ein Schwanenkopf

Bei diesem Bild habe ich erste Erfahrungen mit Tusche gemacht. Ich fand sie als Mittel zum Zeichnen ziemlich zäh.

Ich will keinen verschrecken, aber anders als bei Bleistift oder Kreide, brauchte ich Zeit, um mit der Tusche warmzuwerden.

Am Anfang konnte ich die richtige Menge Tusche auf der Federoder Rohrfeder überhaupt nicht dosieren. Es war entweder zu viel oder zu wenig, aber nie richtig.

Bild 5 Strauß

Grischa Skrylev Straußkopf
Grischa Skrylev Straußkopf

Die Dozenten an der Malschule wollten mir keine Pause gönnen und ich musste weiter mit Tusche arbeiten und allmählich fing ich an, diese Technik zu mögen.

Heute bin ich sogar richtig begeistert von der Unregelmäßigkeit der Linie, wenn ich mit der Rohrfeder arbeite.

Kann nur ich weiterempfehlen.

 

 

 

Bild 6 Akt – Frau

Grischa Skrylev, Frauenakt
Grischa Skrylev, Frauenakt

Da ich mehr über den menschlichen Körper lernen wollte, habe ich mir vorgenommen, mit dem Aktzeichnen anzufangen.

Obwohl mir der Bleistift ziemlich sicher in der Hand liegt, habe ich direkt beim ersten Zeichenversuch (Akt Frau) festgestellt, dass ich noch Vieles lernen muss.

Es ging mit den Proportionen der menschlichen Figur, mit der Anatomie und der plastischen Darstellung los. Da ich keine Ahnung hatte, wo sich welcher Muskel befindet, wusste ich auch nicht, wie ich den Körper plastisch aufbauen kann.

Ich begriff jetzt, warum Leonardo da Vinci nachts Leichen sezierte – ohne Kenntnisse der menschlichen Anatomie, keine Chance für die Beherrschung der menschlichen Figur.

Bild 7 Mann

Grischa Skrylev, Männerakt
Grischa Skrylev, Männerakt

Da ich immer noch keine besonderen Fortschritte bei meinen figurativen Zeichnungen machte, hatte der Leiter der Schule die Idee, mich zum Aktunterricht zu schicken.  Es war ein Schock für mich.

Einen lebendigen Menschen zu zeichnen, ist eine extrem komplexe Angelegenheit. Es gibt so vieles zu berücksichtigen. All die Muskeln, Hautfalten, das ganze Spiel von Licht und Schatten.

Wie soll man bei der ganzen Vielfalt überhaupt den Überblick behalten?

Ich beschloss, mich vorerst nicht zu hart zu kritisieren und einfach konzentriert zu arbeiten.

Bild 8 Bruderherz

Grischa Skrylev, Bruderherz
Grischa Skrylev, Bruderherz

Dieses Bild habe ich Zuhause gezeichnet, da ich viel im Unterricht gelernt hatte, wollte ich mal versuchen, ohne Hilfe der Dozenten meinen kleinen Bruder wiederzugeben.

Ich muss sagen, wenn man die Tipps beherzigt, wie Abstand zwischen Augen, Nase und Mund und weiß, wie das Skelett bzw. die Knochen aufgebaut sind, dann fällt es einem leichter.

Ich war stolz, dass ich am Ende meinen Bruder erkennen konnte. Doch ich muss auch zugeben, dass dieser selbst anmerkte, dass an meiner Zeichnung noch Einiges nicht stimmte.

Ich war ob dieser Einwände  nicht sauer oder traurig, weil ich das Gleiche gedacht habe. Ich erwiderte, dass er mir dann wohl noch ein paar Mal Modell würde stehen müssen. Er war nicht begeistert…

Bild 9 Hand

Grischa Skrylev, Handstudie
Grischa Skrylev, Handstudie

Auf diesem Bild habe ich meine Hand gezeichnet. Ich muss sagen, es war schwer. Irgendwie habe ich es wieder ganz falsch angefangen, mich von all den Details ablenken lassen und deswegen wurde es nicht plastisch.

Wichtig ist bei solchen Übungen, genau zu beobachten und das wiederzugeben, was man sieht. Von Vorteil ist, wenn man die Hand still hält, denn wenn man sie auch nur ein bisschen verdreht, hat man schon wieder eine ganz andere Perspektive und man muss wieder von vorne anfangen.

Nicht einfach aber machbar 😉

 

Bild 10 Hand 2

Grischa Skrylev, Handstudie
Grischa Skrylev, Handstudie

So – hier mal eine andere Perspektive von meiner Hand.
Von Vorteil ist auch auch hier, wenn man ganz genau hinguckt und man sollte wissen, wo die Muskeln sitzen.

Wenn man das alles beachtet, werden eure Hände realistischer und einzigartiger. Denn Hände sind schon etwas Besonderes, wenn man mal überlegt, wofür man sie so alles benutzt.

Schon wahnsinnig! Und das alles seht ihr an der Struktur der Hand – so wie Verletzungen und Narben und alles andere auch.

Ich hatte sogar nach genauem Betrachten das Gefühl, als blicke ich auf eine Karte über mein Leben. Versucht es einfach selbst mal und ihr werdet verstehen, was ich meine 😉

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