Der Mensch als Motiv (Fortsetzung)

GRISCHA SKRYLEV

Der Mensch als Motiv.

Bild 6 – Profil Mann

Grischa Skrylev, Profilskizze
Grischa Skrylev, Profilskizze

Nachdem ich mich nun einigermaßen gut mit dem Schädel auskannte, musste ich feststellen, dass die Liste all der Sachen, die man beim Portrait berücksichtigen sollte, nicht kürzer sondern länger wurde.

All die Proportionen und Abstände, die man beachten muss…. . Aber wenn man sie beherrscht, wird die Darstellung eines Menschen nicht mehr zu einer Qual, sondern eine faszinierende Herausforderung.

Jetzt, ein paar Monate danach, kann ich mit den Proportionen spielerisch umgehen, weil ich sie kenne. Ich brauche mich nicht weiter um sie zu kümmern, alles kommt an die richtige Stelle. Meistens zumindest.

 

Bild 7 – Verkürzung

Grischa Skrylev, Viertelprofilskizze
Grischa Skrylev, Viertelprofilskizze

Es ist schon schwer genug, Gesichter zu zeichnen, aber wenn man sie dann leicht verkürzt sieht, wird es wirklich knifflig.

Erst wenn man sich praktisch mit der Darstellung auseinandersetzt, begreift man, was für enorme Leistungen so jemand wie Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle erbracht hat.

Faszinierend fand ich es, von mir ein paar Fotos zu schießen, wo der Kopf leicht gedreht ist, mich quasi von einem Winkel heraus zu sehen, von dem aus ich mich noch nie gesehen habe. Kann ich nur weiter empfehlen – man hat den Eindruck, einem völlig Fremden zu begegnen.

Bild 8 – Schuh

Grischa Skrylev, Schuhskizze
Grischa Skrylev, Schuhskizze

Meine Mutter hat sich Schuhe gekauft und war sehr stolz auf diese – wie es wahrscheinlich viele Frauen sein würden. Und als ich zu Besuch kam, meinte sie zu mir, nimm dir mal eine Pause von den Menschen und zeichne was anderes – diese schicken Schuhe zum Beispiel!

Es waren ihre Schuhe, also war sie äußerst kritisch. Am Ende meinte meine Mutter, ihre Schuhe sähen so elegant aus und bei mir sehen sie einfach aus wie ganz normale Schuhe. Kein Gefühl, nur Stoff! In diesem Augenblick habe ich verstanden, wie viel Frauen mit Schuhen verbindet. Das ist quasi ihre Trophäe.

Meine Mutter hat versucht, es mir zu erklären aber ich und mein Vater dachten: Es ist doch nur ein blöder Schuh! Ich glaube, ein Mann sieht das nur als Schutz für die Füße.

Also Männer, sagt niemals etwas gegen die Schuhe von Frauen
und malt sie am besten auch nicht, andernfalls  gibt es nur
lange Diskussionen  - ohne Erfolg. 😉

Bild 9 – Ostern

Grischa Skrylev, Ostern
Grischa Skrylev, Ostern

Meine Mutter dekoriert gerne und oft auch sehr ausgefallen. Ich dachte mir: Perfekt, um einige interessante Skizzen auszuprobieren.

Und so entstand die Skizze von Ostern. Also wenn ihr etwas seht, das euch interessiert, dann nehmt einen Block in die Hand und skizziert es zu Hause kurz.

Man kann es ja noch mal nachbearbeiten.

Aber das sind eure ganz eigenen Bilder, solche, die ihr nirgendwo abgeguckt habt. Obwohl ich glaube, dass das Abgucken dazu gehört.

Wie soll man selbst zeichnen, wenn man nicht weiß, wie die Sachen eigentlich aufgebaut sind. Es ist wichtig zu üben und solche Übungen sind die Besten.

Bild 10 – Schauspieler (Udo Kier)

Grischa Skrylev, Schauspieler Udo Kier
Grischa Skrylev, Schauspieler Udo Kier

Als ich das nächste Mal zum Kurs kam, dachte ich mir, es sei Zeit, etwas Neues auszuprobieren und so kam ich zu diesen Kohle-Portrait.

Zuerst skizziert man, dann übermalt man mit Kohle fast alle Stellen  und später arbeitet man fast nur mit Radiergummi und mit verschiedenen Übergängen.

Am Ende konnte sich das Bild in der Tat sehen  lassen, obwohl ich anfangs sehr skeptisch war, weil ich dachte, Kohle sei verwischbar und wenn man etwas falsch macht und versucht, es zu korrigieren, schmiert man.

Oder hängt es von der Kohle ab? Ihr merkt schon, dass ich nicht so viel Erfahrung mit der Kohle habe, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden – sage ich immer.

Auch ich muss ständig üben und mich neu entdecken.

 

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