Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

 

Nachdem ich Woche für Woche mit dem GRUNDFORMENERKENNEN – UND – BEHERSCHEN gekämpft habe, kam auch noch die SCHRAFFUR dazu und dann der absolute Albtraum. Aber dazu später.

Bild 1 Gürtel

Grischa Skrylev, Gürtel
Grischa Skrylev, Gürtel

Diese Zeichnung habe ich nicht in der Schule, sondern zu Hause gemacht. Es war nämlich meine Hausaufgabe. Einen Gürtel zeichnen und schraffieren.

Es ging bei dieser Übung um Licht und Schatten und, oh Schreck, ich musste feststellen, dass ich schon wieder in mein altes Muster verfallen war, nämlich viel mehr auf die Details zu achten als auf das große Ganze. Das ist es, was ich all die Jahre zu Hause gemacht habe:

Ich habe etwas in den Büchern über das Zeichnen gelesen, und dann versucht, es umzusetzen. Ich verstand allerdings nie, warum am Ende das Ergebnis nicht stimmte.

Gut, dass es Übermorgen wieder in die Malschule geht. Ich brauche die Kommunikation mit den Dozenten. Auch wenn diese je nach Dozent unterschiedlich ausfällt, habe ich inzwischen gelernt, das für mich persönlich Wichtigste daraus zu entnehmen.

…und jetzt kommt der absolute Albtraum – ELLIPSE. Ich weiß, ihr fragt euch jetzt, was daran so schwer sein soll. Einen Kreis von der Seite gesehen zu zeichnen kann ja wohl jedes Kind, werdet ihr sagen. Falsch! Es ist verdammt schwer! Ehrlich gesagt, ist es sogar nahezu unmöglich.

Ich kam mir wie der letzte Trottel vorobwohl mir die Dozenten versichert haben, dass anfangs niemand die Ellipse zeichnen kann, später dafür so gut wie jeder.  Das werden wir ja sehen….

Bild 2 Flasche

Grischa Skrylev, Flaschen
Grischa Skrylev, Flaschen

Oh ja, nach dieser Übung durfte ich erst mal 4 Din-A3 Blätter voller Ellipsen zeichnen 🙁 🙁.

Und wirklich besser wurde es nicht 🙁 🙁 🙁 🙁 .

Aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, kann ich nur schmunzeln über meine Niedergeschlagenheit und Wut. Besonders auf die Dozenten, mit ihrem

„Grischa, immer schön weiter zeichnen! Die Hand lockern! Und noch ein Blatt voller Ellipsen und Spiralen, bitte!“

Bild 3 Glas

Grischa Skrylev, Glas
Grischa Skrylev, Glas

Eigentlich nicht so schwer. Erst mal zieht man die Symmetrieachse, dann die Hilfslinie und dann drumherum die Ellipse.

Man sollte aufpassen, dass die Ellipse nicht zu flach wird, sprich, dass sie nur an einer einzigen Stelle am breitesten ist und dann konstant schmaler wird und dass die Enden nicht spitz, sondern rund sind.

Ganz einfach – denkst du?

Pah! Aber völlig unmöglich, eine ruhige Hand zu bewahren.

Bild 4 Teekanne

Grischa Skrylev, Teekanne
Grischa Skrylev, Teekanne

Hier sollte ich nicht nur ein paar gute Ellipsen hinkriegen, sondern auch noch einen Griff einbauen.

Das Ergebnis spricht für sich –

ich bin weit davon entfernt, die Form zu beherrschen!

Aber ich bleibe am Ball!

Bild 5 Topf

Grischa Skrylev, Topf
Grischa Skrylev, Topf

Diese Zeichnung habe ich als Hausaufgabe für die Schule gemacht. Wenn man den Trick mit den parallelen Linien anwendet wie die in der Übung mit der Teekanne,  wird die Arbeit erleichtert.

Ein Tipp an alle, die die Schule bereits besuchen:

Die Erfolge werden sich schneller einstellen, wenn ihr die Übungen auch zu Hause immer wieder macht.

Natürlich macht man dabei Fehler, aber gleichzeitig beginnt man, die Hand unter Kontrolle zu bekommen und das Hirn gewöhnt sich ans Zeichnen. Es wird schlicht zur Routine.

Bild 6 Teaser

Grischa Skrylev, Teser
Grischa Skrylev, Teser

Diese Übung habe ich in der Schule gemacht. Was soll ich sagen? Es stimmt Einiges noch nicht. Die Ellipse. Die parallele Verschiebung ist nicht optimal. Die Schraffur könnte präziser sein. Aber mir ist etwas Wichtiges klar geworden:

Zum ersten Mal in meinem zeichnerischen Leben arbeite ich nach einem System. Und das fühlt sich toll an.

Bild 7 Trier Porta Nigra

Grischa Skrylev, Porta
Grischa Skrylev, Porta

Ich war mal in Trier bei einem Weihnachtsmarkt und  habe da als Andenken an Trier eine Statue gekauft.

Diese habe ich zu Hause abgezeichnet. Ich fand das sei eine gute Übung, um mal zu sehen, ob ich die Sache mit den Kuben und Ellipsen auch wirklich begriffen habe.

Und vor allem habe ich bemerkt, dass ich mich jetzt allmählich dem nächsten Bereich zuwenden sollte – DER PERSPEKTIVE. Von den anderen Schülern habe ich mitgekriegt, dass sie ganz froh waren, als sie endlich die Perspektive hinter sich gebracht hatten. Es sah nicht nach Spaß aus, aber es war auch klar, dass es ohne nicht weitergehen kann.

DIE PERSPEKTIVE

Bild 8 Zimmer

Grischa Skrylev, Zimmer
Grischa Skrylev, Zimmer

Während des Unterrichts habe ich aus dem Gedächtnis dieses Zimmer meiner Wohnung entworfen.

An diesem Tag habe ich gelernt, perspektivisch zu zeichnen.

Perspektive mit meinem Fluchtpunkt.

Ich gebe zu, es hat gedauert, bis ich es richtig begriffen hatte.

Bild 9 und 10 Kuschini  

So heißt das auf Russisch. Bei dieser Zeichnung bin ich das erste Mal mit der Froschperspektive und Vogelperspektive in Berührung gekommen.

Grischa Skrylev, Kuschini_1
Grischa Skrylev, Kuschini_1
Grischa Skrylev, Kuschini_2
Grischa Skrylev, Kuschini_2

Auch das fand ich nicht einfach. Um diese umsetzen zu können, musst du dich im wahrsten Sinne in einen Frosch bzw. Vogel hineinversetzen.

Ich habe meine Objekte auf den Boden bzw. ganz oben auf den Schrank gestellt.

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