Marion Wenge

MARION WENGE

Liebe Marion, schön, dass du Zeit und Lust hast, dich hier vorzustellen. Vielleicht kannst du uns kurz erzählen, woher du kommst und wie das Malen in dein Leben getreten ist.

Ich bin 1972 in Mettingen, einem schönen Dorf im nördlichen Münsterland, geboren. Dort bin ich sehr behütet aufgewachsen und kann sagen, dass ich eine glückliche, unbeschwerte Kindheit verbringen durfte.

Marion Wenge;  Frühling1
Marion Wenge; Frühling1

Wenn ich so zurückdenke, dann habe ich eigentlich immer sehr gerne gemalt. Aber nie hat das Malen eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Viel wichtiger war als Kind das Spielen draußen mit Nachbarskindern und das Schwimmen im örtlichen Verein. Mit ungefähr 15 Jahren habe ich begonnen mich ehrenamtlich in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit zu engagieren. Es war immer wenig Platz fürs Malen in meinem Leben, aber es war nie ganz weg.

Kunst, klassische Musik und große Literatur haben in meiner Familie keine Rolle gespielt. Der erste wirkliche Künstler, den ich kennengelernt habe, war mein Kunstlehrer in der Mittelstufe. Der Unterricht hat mir Spaß gemacht und mit ihm haben wir sogar freiwillig am Nachmittag Teile eines Bühnenbildes für eine Theateraufführung entworfen. Aber selbst als ein Kunstleistungskurs zustande kam, habe ich mich nicht dafür entschieden.

Für mich stand relativ bald fest, dass ich in einen sozialen Beruf gehe und etwas „Handfestes“ lerne. Das habe ich ja auch gemacht und bin Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin geworden.

Marion Wenge;  Berge mit Bach
Marion Wenge; Berge mit Bach

Gab es einen besonderen Grund oder ein Erlebnis, das dich dazu gebracht hat, die Malschule aufzusuchen?

Ja, ich erinnere mich genau. 2009 hatte ich das Gefühl, ich lebe und arbeite nur noch für Andere. Alles in meinem Leben war „sozial“. Mit viel Herzblut habe ich mich in unterschiedlichen Bereichen für Andere und „für die gute Sache“ eingesetzt. Natürlich auch für meine eigene Familie. Ich hatte das Gefühl, das geht so nicht weiter, sonst gibt es Dich als eigenständige Person bald nicht mehr. Das war der Anlass zu sagen:

Was interessiert Dich wirklich? Was tut Dir gut? Ich bin ganz schnell auf das Malen gekommen. Und so habe ich mich auf die Suche nach einem Ort gemacht, wo ich einfach ganz neu diese bisher nicht wirklich beachtete Leidenschaft leben kann.

Hast du in der Malschule das gefunden, wonach du gesucht hast?

Ich habe mich von Anfang an in der Malschule sehr wohl gefühlt. Mir hat es gefallen, dass sich niemand dafür interessiert hat „Was machst Du denn beruflich?“ oder „Wer bist du?“ oder „Wie sieht Dein Privatleben aus?“. Wichtig war eher die Frage: „Was möchtest Du hier lernen?“ Ich fand das sehr wohltuend, nicht nach dem beurteilt zu werden, was ich schon in meinem Leben geleistet oder nicht geleistet habe, sondern einfach nur da sein zu können und zu malen.

Marion Wenge; Wollgras
Marion Wenge; Wollgras

Jeder Mittwochmorgen war für mich eine kleine Auszeit aus meinem Alltag, die nur mir gehörte.

An neuen Kontakten und privaten Gespräche in dieser mir so kostbaren Zeit war ich nicht wirklich interessiert. Ich erzählte außerhalb der Malschule so gut wie niemanden von meinem neuen Hobby – das Malen war etwas, das nur mir „gehörte“.

Inzwischen hat sich das grundlegend geändert. Ich habe einige sehr nette Kontakte in der Malschule geknüpft und bin sehr an neuen Kontakten interessiert. Fast jeder aus meinem Bekanntenkreis weiß, dass ich leidenschaftlich gerne male und ich bin auch ein wenig stolz auf all das, was ich in der vergangenen Zeit gelernt habe. Nach wie vor fühle ich mich sehr wohl und schätze die Meinung der Dozenten sehr. Bei jedem neuen Bild habe ich das Gefühl: Wieder was gelernt! Das macht mich sehr zufrieden, aber beflügelt mich auch weiter zu machen.

Wovon lässt du dich inspirieren?

Da ich überwiegend Landschaftsbilder male sind die Natur selber und Fotos von der Natur meine Inspirationsquelle. Inzwischen sind mir einige Künstler begegnet, deren Arbeiten ich faszinierend finde, aber noch spannender finde ich es, einfach die Augen zu öffnen, zu sehen und zu versuchen zu begreifen, wie die Welt um mich herum „aufgebaut“ ist.

Kannst du ein paar Worte zu deinen Arbeiten sagen?

Das ist eine schwere Frage! Mir gefällt ein Motiv und dann lege ich los. Oft ein wenig planlos – das kostet mich sicherlich jedesmal einige Zeit. Aber vielleicht brauche ich die auch, um mich in ein Bild „reinzufinden“. Farben sind mir wichtig und ich versuche immer, die jeweilige Stimmung des Motives einzufangen. Manchmal gelingt mir das gut, ein anderes Mal nicht.

Was ist dir wichtig als Künstlerin, wovon träumst du?

Nicht aufzuhören, Neues zu lernen und immer offen zu sein für Anregung und Kritik, aber auch für neue Motive. Vor allem aber sich einfach Zeit zu nehmen für das Malen.

Marion Wenge; Eiszapfen
Marion Wenge; Eiszapfen

Ich träume von einem eigenen Platz/Ort zum Malen, der mir jederzeit zur Verfügung steht. Im Augenblick wird das wohl ein Traum bleiben… Mein Traum ist aber auch, dass Menschen sehen, dass ich mit viel Hingabe an meinen sicherlich nicht perfekten Bildern arbeite und das anerkennen. Ich träume immer davon, dass Menschen sich respektieren, tolerieren und gegenseitig unterstützen, statt sich niederzumachen. Das wünsche ich mir nicht nur im Hinblick auf mein Hobby…

Gibt es demnächst Ausstellungen von dir?

Am 8. Juni 19.00 Uhr eröffne ich meine erste Ausstellung in der
Alt-Katholischen Kirche Christi Auferstehung in der
Jülicher Straße 28 (Moltkestraße/Ecke Roonstraße) hier in Köln.
Darüber freue ich mich sehr und lade alle Interessierten herzlich
ein, vorbeizuschauen!

Neben der Ausstellungseröffnung wird es folgende feste
Öffnungszeiten geben:

Samstag, 09.06.12, von 14.00 bis 16.30 Uhr und Sonntag,
10.06.12, von 14.00 bis 17.00 Uhr. In der Woche vom 11.-16.06.12
öffne ich die Ausstellung bei Bedarf.
(Bitte vorher unter 0221/240 50 32 oder
marionwenge (at) web.de Kontakt mit mir aufnehmen).

In Farbe – Bilder von Marion Wenge auf FACEBOOK!

Danke für das Gespräch!

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